Meine Ziele und Training

Ich nerve jeden damit, Fitneßziele zu haben. Hier sind nun die meinen:

Anfang 2008 stellte ich fest, daß ich in drei Jahren 50 werden würde und ein neues Fitneßziel brauchte. Es wäre unrealistisch für mich gewesen, mir als Ziel den Aufbau weiterer Muskelmasse zu setzen, da ich mein genetisches Potential schon fast ein Jahrzehnt vorher erreicht hatte und es unmöglich gewesen wäre, mehr Muskel aufzubauen. Ich entschied mich dafür, etwas anderes zu tun, etwas daß ich hoffentlich auch noch mit 60 oder 70 ausüben könnte. Von daher schien es perfekt, an einem Triathlon teilnehmen zu wollen. Mein Ziel dabei: Vor meinem 50. Geburtstag einen Triathlon olympischer Länge zu vollenden und in der Meute an der Spitze meiner Altersgruppe zu stehen. Für gewichtige Männer wie mich (109 kg) ist der schwerste Teil eines Triathlons das Laufen, da dabei die Muskelmasse, die ich innerhalb von Jahrzehnten aufbaute, meine Knie belastet. Mitte 2008 fing ich mit dem Laufen an und beließ es für den Anfang bei drei Kilometern dreimal die Woche, da ich meinem Körper Zeit geben mußte, sich an die neue Belastung gewöhnen zu können. Junge, der erste Monat lehrte mich wirklich Demut, da ich davon ausgegangen war, durch all das Laufen beim Strandvolleyball in guter Form zu sein. Aber ich war jämmerlich! Schwitzen, Stöhnen und Weinen nach einer Runde. Ich blieb aber dran, fügte jede Woche 400 Meter hinzu und bin nun, sieben Monate später (im Januar 2009), auf Asphalt bei 9,6 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 5,5 Minuten / km ohne mich verletzt zu haben! Als ich 11 war, war ich in einer Schwimmannschaft, weswegen ich mich im Wasser wohlfühle, aber dies ist mehr als drei Jahrzehnte her, weshalb ich praktisch wieder von vorne anfange.

Nachdem ich das Laufen im Dezember 2008 unter Kontrolle hatte, fing ich wieder mit dem Schwimmen an und es wurde bald deutlich, daß auch hier noch viel Arbeit auf mich wartet. Denn auch hier war der Eindruck erbärmlich: Obwohl ich einen sehr kräftigen Rücken habe und an der Latzugmaschine 136 kg bewegen kann, sorgten 20 Minuten Kraulen dafür, daß meine Latissimi sich anfühlten, als wollten sie explodieren - soviel in Sachen viele Wiederholungen / wenig Gewicht! Nach ein paar Monaten war ich aber wieder bei meinem alten Inkompetenz-Level :) und im März 2009 bereit für meinen ersten Triathlon, einem Sprint-Triathlon (die halbe Länge eines olympischen Triathlons) und ich schnitt weit besser ab als ich gedacht hätte - meine Leistung beim Radfahren war sehr gut, das Laufen nicht schlecht, aber das Schwimmen zum Heulen (20 Minuten).

Meine Triathlon-Resultate bis jetzt:

Datum Schwimmen T1 Rad T2 Laufen Gesamtzeit
5/2009 00:20:27.3 00:07:20.2 00:38:45.7 00:03:21.9 00:23:45.0 01:33:40.0
8/2009 00:15:14.3 00:3:07.6 00:31.06.5 00:01:55.0 00:27:30.2 01:18:53.6

Obwohl beide Veranstaltungen ein Sprint-Triathlon waren, unterschieden sich die Strecken. Die 18 Kilometer Radfahren des ersten Wettbewerbes führten über sehr hügeliges Gelände, während die 19,5 km des zweiten nur durch flaches Terrain gingen, was meine bessere Zeit trotz der längeren Strecke erklärt. Das Schwimmen wiederum ging bei dem einen Wettbewerb über 800 Meter, beim anderen nur über 640. Das Laufen war beim einen über 4,8 km, beim anderen über 5,2, was aber trotzdem nicht meine viel schlechtere Zeit darin beim zweiten Wettbewerb erklärt.

Mit der Hilfe von Trainer Carl, meinem freiwilligen Triathlon-Trainer, verbesserte ich aber dennoch meine Gesamtzeit bei der zweiten Veranstaltung. Meine Übergänge bewegten sich weg von grottig hin zu durchschnittlich - ein großer Sprung :) Vergleiche ich mich mit dem Gewinner der Veranstaltung, dann weiß ich, das mein größtes Potential für Verbesserung im Schwimmen liegt. Der Gewinner nämlich schwamm 9:16 - knallige 40% schneller als ich! Und es gibt keinen Grund, warum ich meine Schwimmleistung nicht um 25% verbessern können sollte (mein spezifisches Fitneßziel). Meine Leistung im Radfahren war ziemlich gut - die Bestzeit war 29:48 - und da liege ich nur eine Minute dahinter. Es gibt nichts, was ich da noch wirklich verbessern könnte. Beim Laufen lag ich 7,5 Minuten hinter dem Gewinner, wohl wegen meinen 108 kg. Da werde ich wohl lernen müssen, mit schlechten Laufzeiten zu leben. Beim Laufen sind meine Ziele aber auch anders als die von anderen Leuten: Diese wollen schnell laufen, ich will laufen, ohne mich zu verletzen. Wenn ich es schaffe, 10 km zu laufen, ohne mich zu verletzen, dann ist das für mich ein Erfolg. Worüber ich da in Sachen olympischer Triathlon nachdenken kann, ist, mein Gewicht zu reduzieren, vielleicht auf 102 kg.

Und ich habe festgestellt, daß es in den vierzig Jahren, seit ich Schwimmen lernte, eine Revolution in der Technik des Schwimmens gab. Mein Zug ist eher ein Rühren und nicht effizient, während es bei der neuen Technik (völlige Immersion) nur um Effizienz geht. Ich habe in den letzten elf Monaten gute Fortschritte auf dem Weg zu meinem Ziel gemacht, aber das Gros der Aufgabe liegt immer noch vor mir. Im Juli besuchte ich eine Schwimmschule, die die neue Technik unterrichtet, und nun besitze ich das Wissen, wie ich mein Schwimmen verbessern kann. Jetzt fängt die richtige Arbeit aber erst an: Ich muß meine Übungsstrecken in der Länge langsam denen eines olympischen Triathlons anpassen, was die doppelte Länge gegenüber meinen bisherigen Sprint-Triathlons bedeutet. Wie gesagt, mein Ziel während der nächsten 12 Monate ist meine Schwimmleistung auf 1,2 km um 25% zu verbessern. und beim Laufen meine Zeit über 11 km bei einem 5,5 Minuten Schnitt zu halten.

Wie auch immer, dies sind meine Fitneßziele - was sind Ihre?????

Hier mein momentaner Trainingsplan (August 2009):

Gewichte Kreislauf
Montag 60 Minuten Brust und Bauch 1 Stunde Laufen
Dienstag 60 Minuten Rücken 2 Stunden Radfahren
Mittwoch 60 Minuten Schultern 1 Stunde Laufen
Donnerstag 60 Minuten Arme und Bauch 2 Stunden Radfahren
Freitag 60 Minuten Beine (einmal pro Monat) 1 Stunde Laufen
Samstag - 1 Stunde Gehen
Sonntag - 2 Stunden Radfahren + Volleyball